Montag, 5. September 2011

Erste Eindrücke

Der Innenhof unseres Hauses

Das Haus am rechten Rand mit den Balkonen ist meins :). 


Der Park und meine zukünftige Joggingstrecke

Mein Reich

Rechts vorne: meine Haustür, daneben das Bad und gerade aus der Balkon, links geht die Treppe runter zur Hauptwohnung

Die ersten Eindrücke von Mailand konnte ich heute per Rad sammeln. Genauer auf einem Mietrad das man sich mit einer Karte überall in Mailand an Stationen abholen, eine halbe Stunde damit fahren und dann an irgendeiner beliebigen Station wieder abgeben kann. Naja, die ersten Eindrücke waren eher eine riesige Informationsflut, die sich aus Eindrücken, Geräuschen, Wegbeschreibungen und guten Ratschlägen meiner Gastmutter zusammensetzte. Zuerst sind wir quer durch die Stadt zu meiner Sprachschule gefahren wo mir ein beispielhaftes Bild der italienischen Autofahrweise präsentiert wurde. Gehupt wird alle 10 Sekunden und schon mal in zweiter Reihe auf den Straßenbahnschienen geparkt. Gefahren wird wo Platz ist und die Radfahrer (ich) müssen sehen wo sie bleiben.
Diesesmal bin ich noch heile angekommen, wie es ist wenn ich alleine fahren muss, wird sich noch zeigen. Auf dem Rückweg hat meine Gastmutter mir erklärt wo ich hinkomme wenn ich die und die Straße weiterfahre, wo Supermarkt, Post und Schreibwarenladen sind und und und... die Hälfte weiß ich jetzt schon nicht mehr und bei der anderen Hälfte bin ich mir nicht sicher ob ich es wiederfinden werde.
Aber Anna scheint Vertrauen in meine Fähigkeiten zu haben, schickt sie mich doch morgen zur Post und zum Handyladen um das Geld für meinen Kurs zu überweisen und mich nach einem Prepaidtarif zu erkundigen -  und das ohne ein Wort Italienisch!! Aber hey, wozu hat man schließlich Hände und Füße und Englisch? Als nächstes ging es dann per Straßenbahn durch Mailands Chinatown zu dem Tennisclub in dem die Familie spielt und im Sommer schwimmen geht. Dort haben wir dann die Mädels eingesammelt und dann wurde in einer schnuckelig-altmodischen Bahn der Heimweg angetreten, die Zutaten fürs Abendessen (Käse-Schinken-Crepes und Honigmelone mit Schinken) gekauft und die vielen tollen Bars bewundert.
Ich kann es kaum erwarten dort den ein oder anderen Aperetivo zu genießen.
Morgen heißt es dann erstmal früh aufstehen und die Mädels zur Schule bringen (heute musste ich nur hinbringen) um die anderen Aupairs zu treffen die ich kennengelernt habe.
Als ich den Mädels bei den wenigen Hausaufgaben geholfen habe die man am ersten Schultag so aufbekommt merkt man doch schnell das nicht nur ich den Kindern was beibringe, oder wer von euch wüsste jetzt aus dem Stand was Interjektionen sind und welche Wörter nicht flektierbar sind?
Oder wie man aufplustern und protzig erklärt? An solchen Situationen wird mal wieder deutlich wie selbstverständlich man die eigene Sprache nimmt und wie wenig man über die "Sprachtheorie" weiß, die man in allen Fremdsprachen so eingetrichtert bekommt.
Am Ende des Tages sind dann doch ein paar Eindrücke hängen geblieben.  Die ständigen Geräusche, die Betriebsamkeit, die Verschmelzung verschiedenster Kulturen, Chinatown, die deutschen Freunde im Tennisclub, der Marrokaner auf dem Fahrrad der mich auf Italienisch anbaggert, der Mix aus romantisch-italienisch Altbauwohnungen und schlichten Plattenbauten, moderne Stahl-und-Glas-Ungetüme neben alten Prunkbauten, hübsche kleine Bars und Parks auf der einen, Dreck und häßliche Grafittis auf der anderen Seite, Vertraues (Werbungen für Breaking Dawn, Sky und Philadelphia, Kleider machen Leute im Deutschunterricht) und Neues ( das Großstadtleben in seiner Gesamtheit) was im Laufe der Zeit zu vertrautem werden wird.
Das Rauschen des Verkehrs dringt durch die Holzläden der Fenster und klingt mit seinen steten auf und ab schon fast wie das Meer. In regelmäßigen Abständen quietscht und rattert die Straßenbahn vorbei. Kühle erfrischende Luft weht durch den Raum und  so langsam komme ich richtig an.


Schönes Lied - passt gerade irgendwie zu meiner Stimmung

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